Zuletzt aktualisiert: 11.10.2026
Lange Zeit war ich ein echter Weltreisender. Nach dem Studium in Hamburg war ich zwei Jahre überall und nirgendwo. Nur wenige Orte besuchte ich zweimal, denn immer wollte ich weiter zum nächsten.
Dann kam ich 2013 zum ersten Mal nach Norwegen. Ich kam immer wieder, zog 2015 probeweise für ein halbes Jahr nach Bergen und machte ein Jahr später Nägel mit Köpfen: Seit 2016 lebe ich in Stongfjorden in der Region Sunnfjord. Aus dem Reisenden, der Orte abhakt, wurde einer, der an einem bleibt.
- Wohnort: Stongfjorden (Gemeinde Askvoll, Region Sunnfjord), rund 200 Einwohner
- In Norwegen: erstmals 2013, fest seit 2016
- Schwerpunkt der Fjordwelten: die Fjordküste zwischen Stavanger und Ålesund
Stongfjorden: 200 Einwohner, ein Fjord
Von Hamburg mit rund zwei Millionen Einwohnern nach Stongfjorden mit rund 200: Kino und Konzerte vermisse ich, Menschenmassen nicht. Zum Einkaufen fahre ich 15 Kilometer nach Askvoll, in 20 Minuten bin ich beim Kiwi. Bis Bergen sind es rund 200 Kilometer und etwa drei Stunden.
Ich wohne in einem dunkelbraunen Holzhäuschen, rund 60 Jahre alt, direkt am Fjord. Mein Grundstück endet an der Wasserlinie. Unten liegt ein Steinstrand mit Kanu und Sauna, und gebadet wird bei mir das ganze Jahr, auch bei vier Grad Wassertemperatur. Von November bis Januar liegt das Haus im Schatten des Berges, die Tage sind kurz. Dann heize ich mit dem Holzofen, mit selbst geschlagenem Holz aus dem Wald ums Haus.
Meine Nachbarn sind Ölarbeiter, Fischer, Krankenpfleger und Lehrer. Ich spreche Norwegisch, vor allem den Dialekt. Am 17. Mai treffen wir uns zum Dugnad, dem gemeinsamen Arbeitseinsatz der Dorfgemeinschaft, in der alten Schule. Sie ist heute Treffpunkt und Geopark-Zentrum, denn Stongfjorden ist Epizentrum des Fjordkysten Geoparks, eines UNESCO Global Geoparks.
Was das für Fjordwelten heißt
Ich kenne die Fjorde nicht nur aus dem Urlaub, sondern aus zehn Jahren und allen Jahreszeiten: mit Seeadlern und Robben vor der Tür und mit Wochen, in denen die Sonne das Haus kaum erreicht. Viele meiner Tipps stammen von Nachbarn, von Wochenendtrips mit norwegischen Freunden oder sind mir im Vorbeifahren begegnet.
Hier findest du Orte, Routen und Planungstipps für die Fjordküste zwischen Stavanger und Ålesund, aus der Sicht von jemandem, der hier den Alltag kennt und nicht nur den Urlaub.
Zu mir
Ich bin 1984 in Ostfriesland geboren, ging nach dem Abi für Zivildienst und Studium nach Hamburg und jobbte nebenbei, um das Reisen zu finanzieren. Später schrieb ich auf meinem Abenteuerblog bruderleichtfuss.com über meine Reisen und für Zeitschriften und Onlinemedien, über Norwegen unter anderem in der Welt am Sonntag. 2021 erschien mein Buch Couchsailing beim KiWi Verlag.
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