Die beste Kreditkarte für deinen Urlaub

Wer auf der Suche nach der besten Kreditkarte für den Urlaub ist, steht vor der Qual der Wahl. Zig Banken versprechen das beste Angebot und locken mit vermeintlich kostenlosen Kreditkarten oder bieten sogar Startguthaben von über hundert Euro.

Ich bin so ein Typ, der vor einer Anschaffung ewig lange recherchiert. Meine Freundin macht sich manchmal lustig darüber, weil ich es auch gerne mal übertreibe. Aber mir macht das einerseits Spaß und andererseits hasse ich versteckte Kosten oder unangenehme Überraschungen.

Solche Fallstricke sind gerade bei Konten und Kreditkarten leider so gut wie immer im Kleingedruckten versteckt.

Nun bin ich in den letzten Jahren sehr viel auf der ganzen Welt auf Reisen gewesen und war deshalb eigentlich die ganze Zeit angewiesen auf eine gute Kreditkarte, auf die ich mich verlassen kann.

Die Ergebnisse meiner Recherche und die Erfahrungen mit meinen Kreditkarten möchte ich euch hier vorstellen. Damit ihr nicht monatelang braucht, um euch für die beste Kreditkarte zu entscheiden.

Unten werde ich versuchen, wirklich alle Infos Stück für Stück aufzudröseln. Für diejenigen unter euch, die es gerne etwas schneller hätten, gibt’s aber das Ergebnis vorneweg.

Seit 2013 bin ich mit diesem Kreditkarten-Doppel gut gefahren:

Anfang 2016 ist aus meinem Doppel ein Trio geworden. Dazu kam die

Wieso ich mich für diese Kreditkarten entschieden habe und warum ich gleich drei habe, erkläre ich jetzt. Aber dafür braucht es etwas Struktur:

Mein Vergleich: Die beste Kreditkarte für den Urlaub

1. Warum überhaupt eine Kreditkarte für den Urlaub?

Wir Deutschen sind Bargeld-Liebhaber. Das kann man aus Statistiken ablesen, aber auch im Alltag beobachten: Ob in der Schlange an der Supermarktkasse oder am Kiosk oder im Cafe – die Mehrzahl der Deutschen greift nach Münzen und Scheinen.

Viele Deutsche nicht einmal eine Kreditkarte und vermissen sie auch nicht – solange sie innerhalb Deutschlands unterwegs sind.

Denn im Urlaub im Ausland sieht das ganz schnell anders aus. In Ländern wie Norwegen und eigentlich ganz Skandinavien, ist es auch in anderen großen Reiseländern wie USA, Kanada und Australien sehr viel verbreiteter, per Kreditkarte zu zahlen.

In Norwegen, wo ich mich ja besonders auskenne, gibt es sehr viel weniger Geldautomaten als in Deutschland. Oft haben sie auch besonders niedrige Auszahlungslimits, oft kann man gerade einmal 2000 Kronen (gut 200 Euro) auf einmal aus dem Automaten ziehen.

Dabei fallen je nach Bank jedes Mal Gebühren an, die sich schnell läppern können.

Dazu ist Barzahlung in Norwegen an vielen Orten nicht nur unerwünscht, sondern auch unmöglich: In den Bussen in Großstädten kann man sein Ticket nur per Karte zahlen, damit der Fahrer nicht mit Bargeld hantieren muss. Tankstellen, die nicht in Städten liegen, sind meist unbemannt und man kann nur per Karte zahlen.

In vielen Ländern sind Kreditkarten das wichtigste Zahlungsmittel

Tankstelle Norwegen KreditkarteAn anderen Stellen berechnet man eine Extra-Gebühr für Barzahlung – das komplette Gegenteil zu dem, was wir aus Deutschland gewöhnt sind!

Oft sind diese Extra-Kosten etwas versteckt: So sind zum Beispiel Tickets für Fähren oder Fernbusse oft günstiger, wenn man sie vorab bucht. Das geht aber nur in den Büros der Betreibergesellschaften, die es nur in den großen Städten gibt. Oder eben im Internet – bei Zahlung per Kreditkarte.

Aber beim Urlaub ist eine Kreditkarte meistens schon viel früher notwendig: Wer im Internet einen Flug buchen oder sich eine Unterkunft reservieren möchte, kommt am Besitz einer Kreditkarte nicht vorbei. Auch die EC-Karte hilft da nicht weiter.

Die ist im Ausland eh viel weniger verbreitet als in Deutschland. Sobald man den Euro-Raum verlässt, braucht man zumindest das Maestro-Symbol auf der Karte. Aber auch damit kann man sich lange nicht überall darauf verlassen, dass sie funktioniert.

Wer sich im Urlaub ein Auto mieten möchte, hat ohne Kreditkarte ebenfalls keine Chance: Von ihr wird zusätzlich zur Mietgebühr die Kaution abgebucht.

Bei einer Auslandsreise, die über ein paar Tage hinausgeht, kommt man meiner Meinung kaum an einer Kreditkarte vorbei. Wer es darauf ankommen lässt, muss zumindest mit einigen Einschränkungen und höheren Kosten rechnen.

2. Was macht eine “gute Kreditkarte” aus?

Vorweg: Es gibt ein unüberschaubares Angebot an unterschiedlichen Kreditkarten, die die verschiedensten Anforderungen erfüllen. Wenn du Unternehmer bist und jeden Monat fünfstellige Geldeingänge auf deinem Konto hast, gibt es ganz bestimmt bessere Kanäle, auf denen du dich informieren kannst.

Diese Anforderungen habe ich an meine Kreditkarte – und die meisten Leute mit mittlerem Einkommen, die ihre Karte vor allem im Urlaub und auf Reisen nutzen wollen:

  • Keine jährliche Grundgebühr!

Mir reicht eine kostenlose Kreditkarte ohne viel Spielerei. Bei Kreditkarten mit Jahresgebühr gibt es meistens noch verschiedene Zusatzleistungen wie Versicherungen, Paypack-Programmen und ähnlichem. Ich habe es lieber simpel und dafür ohne fixe Kosten. Deshalb: Auf jeden Fall eine Kreditkarte ohne Jahresgebühr!

  • Keine Gebühren für’s Geld Abheben

Sehr wichtig ist mir, dass ich mit meiner Kreditkarte kostenlos Geld abheben kann – und zwar im In- und Ausland.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie es mit meiner Sparkassen-Karte meines ersten Kontos überhaupt war: Ich stehe direkt vor einem Geldautomaten, will hier aber kein Geld abheben – denn das würde mich fünf Euro kosten. Also heisst es erstmal: Eine Sparkasse in der Umgebung suchen.

Im Ausland blieb mir damals zumindest diese Sucherei erspart: Denn dort gab’s überhaupt keine Automaten, wo ich kostenlos Geld abheben konnte.

Dieses Theater und diese Kosten will ich mir sparen, weshalb ich möglichst keine Gebühren für’s Geld Abheben zahlen möchte.

  • Keine Gebühren für Zahlungen im Ausland

Leider ist es üblich, dass bei Zahlungen per Karte im Ausland Gebühren anfallen – also wenn du die Hotelrechnung oder im Restaurant per Karte zahlst. Bei den meisten Kreditkarten zahlt man ungefähr 1,5 bis 2 Prozent des Umsatzes pro Zahlung an die Bank.

Es gibt aber zum Glück Ausnahmen, bei denen auch bei Zahlungen im Ausland keine Kosten anfallen.

  • Visa oder Mastercard muss es sein

Visa und Mastercard sind die weltweit am meisten verbreiteten Bezahlsysteme für Kreditkarten. Mit den beiden kann man an den allermeisten Geldautomaten der Welt Geld abheben und wo Kreditkartenzahlung angeboten wird, funktioniert es eigentlich immer mit einer dieser beiden Karten.

Andere Systeme wie American Express oder Diners Club sind nur regional verbreitet und werden deshalb oft nicht akzeptiert. Wenn doch, sind oft unpraktische Umwege nötig: Bezahlen geht zum Beispiel oft nur gegen Unterschrift per Lastschrift.

Ich will mich auf meine Kreditkarte verlassen können – darum kommen für mich nur Visa und Mastercard in Frage.

3. Reicht eine Kreditkarte oder brauchst du eher zwei?

Beste Kreditkarte für den Norwegen UrlaubWarum habe ich nun gleich drei Kreditkarten? Reicht eine nicht absolut aus? Jein. Du könntest deine Kreditkarte verlieren oder sie könnte dir gestohlen werden. Sie kann auch kaputt gehen oder von einem störrischen Automaten ohne Grund eingezogen werden.

Mir ist außer Diebstahl schon alles davon passiert. Im Urlaub und auf Reisen steht man in so einem Fall doof da.

Für normale Urlauber, die nur für maximal drei oder vier Wochen am Stück im Ausland sind, reicht meiner Meinung nach in der Regel trotzdem die Kombination aus Kreditkarte und EC-Karte völlig aus.

Die EC-Karte ist dann das Backup für die Kreditkarte. Zwar ist es im Falle eines Falles so etwas unbequemer, aber man kommt zumindest an Geld und damit zurecht. Und schließlich handelt es sich hierbei um den Notfall, der ja hoffentlich eh nicht eintritt.

Als ich mir mein Kreditkarten-Doppel von DKB und comdirect bestellt habe, war ich damit immer wieder monatelang unterwegs auf Reisen und nie in Deutschland. Ersatzkarten zu bestellen und mir nachschicken zu lassen, wäre kompliziert gewesen und hätte lange gedauert. Das Risiko war mir dann zu groß.

Die N26-Karte habe ich mir später eigentlich nur deshalb bestellt, weil ich neugierig auf dieses neue Banken-Startup war und außerdem dachte, dass eine Mastercard eine schöne Ergänzung zu meinen beiden Visakarten wäre. Wirklich notwendig sind drei Kreditkarten aber auf keinen Fall – auch wenn mir mein N26 Konto Spaß macht, aber dazu gibts später mehr.

4. Debit oder Charge – welcher Kreditkartentyp ist besser?

In Deutschland sind Debit und Charge Kreditkarten am weitesten verbreitet. “Echte” Kreditkarten, bei denen man also einen richtigen Kredit bekommt, werden seltener angeboten.

Diese gibt es in der Regel auch nur gegen eine Jahresgebühr. Aber ich möchte auch keinen Kredit, sondern einfach nur ein bequemes und zuverlässiges Zahlungsmittel.

Debitkarten funktionieren so, wie man es von der normalen EC-Karte gewöhnt ist: Bei jeder Zahlung und jedes Mal, wenn man Geld aus dem Automaten zieht, wird der jeweilige Betrag direkt vom Guthaben abgezogen.

Bei Charge Kreditkarten wird das Konto erst mal nicht direkt belastet. Statt dessen gibt es, meist am Monatsende, eine Abrechnung und dann ist der Gesamtbetrag fällig.

Bei Debitkarten ist es für mich ein Vorteil, dass es leichter ist, die Übersicht zu behalten. Man kennt jederzeit seinen genauen Kontostand und erlebt so am Monatsende keine bösen Überraschungen.

Allerdings werden in einigen Fällen nur Charge Kreditkarten akzeptiert. Das ist zwar eher die Ausnahme, kommt aber zum Beispiel bei Autovermietungen vor. Dort wird die Kaution durch Charge Kreditkarten garantiert.

Meistens reicht allerdings auch dort eine Debitkarte. Allerdings kann es ein bisschen unangenehm werden: Hier wird dann nämlich die Kaution wirklich zunächst vom Konto abgezogen und erst nach der Leihe wieder gutgeschrieben.

Je nach Auto kann die Kaution beim Leihwagen ja auch mal 1000 oder mehr Euros kosten – auf die muss man dann eben für die Zeit auch verzichten können. Ähnlich ist es zum Beispiel auch bei den unbemannten Tankstellen, von denen es in Norwegen sehr viele gibt.

Hier wird bei Debitkarten vor dem Tanken das Konto mit dem Preis für die Höchstausgabemenge an Benzin belastet und erst nach einigen Tagen zurück gebucht.

5. Vergleich & Erfahrungen: Meine Kreditkartentipps

Jetzt komme ich zu einem Vergleich meiner Kreditkarten und den Erfahrungen, die ich mit ihnen über die letzten Jahre gemacht habe.

5.1. Kreditkarten Tipp #1: Die DKB-Cash Visakarte

beste Kreditkarte für den Urlaub DKB Visa

  • Kartentyp: Visa Charge
  • kostenlose Einrichtung
  • keine Jahresgebühren
  • weltweit kostenlos zahlen (Für “Aktivkunden, ansonsten 1,75 %)
  • weltweit kostenlos Geld abheben (Für “Aktivkunden”, ansonsten 1,75 %)

Bis 2016 wurde die DKB Cash Visakarte eigentlich überall als bester Tipp für eine Kreditkarte für den Urlaub vorgeschlagen. Dann gab es eine Änderung, seit der nur noch sogenannte “Aktivkunden” in den Genuss der wirklich guten Bedingungen kommen.

Als Aktivkunde gilt man, wenn monatlich mindestens 700 Euro auf dem Kreditkartenkonto gutgeschrieben werden. Das kann entweder der Lohn sein, man kann sich den Betrag aber auch selber von einem beliebigen Konto überweisen.

Die DKB zwingt ihre Kunden also dazu, das Konto auch aktiv zu nutzen. Im Gegenzug dafür gehen die Kosten für die Visakarte aber wirklich gegen Null.

Einzige Ausnahme: Im Ausland verlangen einige Geldautomaten eine so genannte Fremdgebühr von einigen Euros – auf die hat die Heimatbank keinen Einfluss. In dem Fall wird das aber am Automaten angezeigt, so dass man sich in dem Fall einen anderen suchen kann.

Für Aktivkunden ist die DKB-Visa-Karte meiner Meinung nach sehr attraktiv, wenn man darauf Wert legt, im Urlaub möglichst günstig unterwegs zu sein.

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5.2. Kreditkartenempfehlung #2: Die comdirect Visakarte

beste Kreditkarte für den Urlaub comdirect Visa

  • Kartentyp: Visa Charge
  • kostenlose Einrichtung
  • keine Jahresgebühren
  • Kostenlos zahlen im Euro-Raum (außerhalb 1,75 %)
  • weltweit kostenlos Geld abheben

Die comdirect Visakarte unterscheidet sich nur in wenigen Punkten von der DKB-Visakarte: Hier gibt es ebenfalls weder Einrichtungs- noch regelmäßige Jahresgebühren. Geld Abheben ist auch weltweit kostenlos – abgesehen von eventuellen Gebühren der Automatenbetreiber.

Zahlungen sind allerdings nur im Euro-Raum kostenlos. Überall sonst bezahlt man auf jede Zahlung 1,75% Gebühr an die Bank – also auch in Norwegen. Dafür fällt die etwas nervige Aktivkundenregel bei der comdirct weg: Alle Vorteile gelten auch, wenn du das Konto nur sporadisch nutzt.

Natürlich möchte auch die comdirect, dass das Konto möglichst aktiv benutzt wird, lässt sich das aber was kosten: Wer das Konto aktiv nutzt, bekommt einmalig eine Prämie von 25 Euro überwiesen, wer es zu seinem Hauptkonto macht, erhält zusätzlich 75 Euro.

Wer also komplett zur comdirect wechselt, verdient damit 100 Euro für die Urlaubskasse. Die sollten natürlich nicht der einzige Grund für einen Wechsel sein, aber es sprechen auch einige andere für diese Kreditkarte.

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5.3 Kreditkartenempfehlung #3: Die N26 Mastercard

beste Kreditkarte für den Urlaub N26 Mastercard

  • Kartentyp: Master Debit
  • kostenlose Einrichtung
  • keine Jahresgebühren
  • Weltweit kostenlos bezahlen
  • Kostenlos Geld abheben im Euro-Raum

Ich habe meine Mastercard von der N26 Bank vor allem aus Neugier bestellt: Die Bank ist ein sehr junges Startup aus Berlin und bietet einige kleine Extra-Features, die ich interessant fand. Dazu gehören Echtzeit-Überweisungen an andere N26 Kunden und eine App, in der man die Karte bei Verlust in Echtzeit sperren und entsperren kann.

Angenehme Funktionen, die jetzt aber nicht zu meinen wichtigsten Anforderungen an eine Kreditkarte zählen – sie machen aber Spaß. Und auch bei den harten Fakten macht sich die N26 Mastercard nicht schlecht: Es gibt keine Einrichtungsgebühren und keine laufenden Gebühren.

Kartenzahlungen sind weltweit kostenlos. Barabhebungen sind nur im Euroraum kostenlos, außerhalb davon zahlt man 1,7 % des abgehobenen Betrags. In Norwegen spielt das kaum eine Rolle, weil man hier eh so gut wie kein Bargeld benötigt. Auf anderen Kontinenten in Ländern mit viel Barzahlungen kann das allerdings auf Dauer schon ins Geld gehen.

Seit einiger Zeit gibt es bei Barabhebungen auch bei N26 ein paar klein gedruckte Einschränkungen. So zahlt man ab der vierten Geldabhebung in einem Monat 2 Euro Gebühr, es sei denn, man ist Aktivkunde – dann wird die Gebühr erst ab der sechsten Abhebung im Monat fällig.

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Welche Erfahrungen hast du beim Bezahlen in Norwegen gemacht? Kannst du anderen Fjordfans eine Kreditkarte empfehlen oder hast du Fragen? Wir freuen uns auf deinen Kommentar!

Kreditkarte für Norwegen Urlaub

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  1. Danke für diese Liste, sie ist sehr nützlich. Das einzige, was fehlt, ist ein kleiner Schlafsack (dort, wo kein Handtuck gibt, sind auch Bettwäsche für gewöhnlich nicht inklusive). Ansonsten, super! und der Blog ist toll!

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