Norwegen ist ein absolutes Traumland für Roadtrips! Spektakuläre Straßen führen im ganzen Land durch eine nicht weniger spektakuläre Landschaft. Wenn es in einem Moment noch vorbei an Wasserfällen, Felswänden und von Gletschern bedeckten Gipfeln geht, bieten sich schon nach dem nächsten steilen Gebirgspass Ausblicke über die einmalige Fjordlandschaft Westnorwegens.
Zuletzt aktualisiert: 29.09.2026
Wenn ich in Fjordnorwegen unterwegs bin, dann meist mit dem Auto. Und eigentlich spielt es fast keine Rolle, welches Reiseziel ich gerade anfahre – in aller Regel ist schon die Anfahrt das erste Highlight meines Trips.
Man kann also bei der Routenplanung für einen Roadtrip durch Norwegen kaum etwas falsch machen. Trotzdem gibt es aber natürlich Routen, die sich besonders anbieten – und zwar eine ganze Menge und für jeden Geschmack!
Ich habe mir jetzt mal den Spaß gemacht, verschiedene Roadtrip Routen nach unterschiedlichen Themen zusammen zu basteln: Von der “Klassiker”-Route zu den wichtigsten Highlights über Spezialthemen wie der Wikinger-Route und der Route über die schönsten Landschaftsstraßen.
Kurz gesagt: Drei Routen: die Klassiker-Runde ab Bergen (knapp 1.400 Kilometer, mindestens 10 Tage), die Wikinger-Route zwischen Ålesund und Stavanger (gut 1.000 Kilometer, 10 bis 14 Tage) und die Route über die Nationalen Landschaftsrouten zwischen Kristiansund und Stavanger (1.600 Kilometer, 14 Tage). Fahr im Sommer, denn viele Bergstraßen sind im Winter gesperrt und öffnen oft erst im Mai oder Juni.
Haarnadelkurven und Fjordpanorama: 3 Roadtrip-Routen
Klassiker – Eine Roadtrip Route von Highlight zu Highlight
Manch ein Urlauber mag es ein bisschen einfallslos finden, einfach die größten Sehenswürdigkeiten abzuklappern. Schließlich will man doch auf neuen Pfaden unterwegs sein und Norwegen auf seine eigene Weise erkunden!
Das stimmt irgendwie, und ich versuche auf meinen Reisen auch oft, einen Bogen um die großen Touristenmagnete zu machen. Das ein oder andere Mal habe ich allerdings genau das auch schon bereut, denn: Es hat meistens gute Gründe, warum einige Orte besonders viele Menschen anziehen und begeistern!
Norwegen hat dann ja auch noch den Riesenvorteil, dass es eigentlich nie wirklich überlaufen ist. Das Konzept von “Massenauflauf” ist hier im dünn besiedelten Norden dann glücklicherweise doch ein bisschen anders als in einer asiatischen Großstadt.
Und diese Highlights haben es auf jeden Fall in sich – und man freut sich definitiv, mal dort gewesen zu sein! Dies sind die Stationen:
Roadtrip – Rundreise ab Bergen
Bergen → Avaldsnes
Sehenswürdigkeiten und Highlights unterwegs:
- Bergens Hanseviertel Bryggen
- Hier gibt’s mehr Tipps für Bergen
- Autofähre über den Bjørnafjord zur Insel Stord
Avaldsnes → Preikestolen
Preikestolen → Ullensvang
- Wanderung zum Preikestolen (mein Wanderbericht auf bruderleichtfuss.com)
Ullensvang → Flåm
- Wanderung zu den vier Wasserfällen
- Hardangerfjord
Flåm → Geiranger
- Flåmsbana
- Aurlandsfjord
- Schneeweg Aurlandsvegen (Sommerstrecke: Juni bis Oktober, der Aussichtspunkt Stegastein ist ganzjährig erreichbar)
- Stabkirche Borgund
Geiranger → Loen
- Geirangerfjord
- Wasserfälle 7 Schwestern
Loen → Bergen
- Loen Skylift
- Bergwanderung auf den Skåla (1.848 Meter über dem Fjord)
- Fähre über Sognefjord
Die reine Fahrtzeit dieser Route beträgt etwa 30 Stunden für knapp 1.400 Kilometer. Mindestens solltet ihr dafür 10 Tage einplanen – dank der ganzen Highlights kann man auch locker doppelt so lange unterwegs sein!
Unterwegs stehen mehrere Wanderungen an (Preikestolen, die vier Wasserfälle, Skåla). Die passende Ausrüstung findest du in meiner Wander-Packliste.
Auf den Spuren der Wikinger
Wikinger: Bekannt sind sie vor allem als mordlustige Horden aus dem wilden Norden, die die Küsten an der gesamten Nord- und Ostsee unsicher machten. In Wirklichkeit handelte es sich aber auch um tüchtige Bauern, Handwerker und Händler, die Skandinavien in der Zeit um die erste Jahrhundertwende zu einer ersten Blüte verholfen.
Außerdem waren die Wikinger die wohl besten und fortschrittlichsten Seefahrer ihrer Zeit und kühne Segler – wahrscheinlich ein Grund, warum ein Segelfan wie ich mich für sie begeistern kann.
Für Norwegen spielten die Wikinger eine riesige Rolle, noch heute finden sich überall Spuren ihrer Zivilisation – gerade in Fjordnorwegen. So ist es wirklich einfach, eine Roadtrip Route zusammen zu stellen, die ganz im Zeichen der Wikinger steht:
Wikingerschiffe und Geschichte zum Anfassen zwischen Ålesund und Stavanger
Ålesund → Nordfjordeid
- Sunnmøre Museum – mit Kopien von Wikingerschiffen und dem Handelsschiff Borgundknarren (mehr Infos)
- Sagastad in Nordfjordeid – Wikinger-Wissenszentrum mit dem 30 Meter langen Myklebust-Schiff, dem längsten Wikingerschiff, das je in Norwegen gefunden wurde (mehr Infos)
Nordfjordeid → Rivedal → Eivindvik
- Rivedal – Statue des Wikingers (und Entdeckers Islands) Ingólfur Arnarson
Eivindvik → Hyllestad → Gudvangen
- Eivindvik: Gulating – Sammlungsplatz der Wikingerführer ganz Norwegens (mehr Infos)
- Hyllestad: Mühlsteinpark – Freilichtmuseum zu Handwerk und Landwirtschaft der Wikinger (mehr Infos)
Gudvangen → Bergen
- Gudvangen: Wikingerdorf Njardarheimr, ganzjährig geöffnet (mehr Infos)
- Nærøyfjord (UNESCO-Weltnaturerbe)
Bergen → Avaldsnes
- Sjøfartmuseum
Avaldsnes → Stavanger
- Avaldsnes – Wikingerhof
- Stavanger – Wikingerdiplom (mehr Infos)
- Drei Schwerter Monument
Wenn man auf diesem Roadtrip zeitlich richtig plant, kann man als echtes Highlight ein Wikingerfestival mitnehmen: Das Wikingerfestival in Avaldsnes ist das größte in Westnorwegen und findet jedes Jahr in der ersten vollen Juniwoche statt (2027: 11. bis 13. Juni, Erwachsene 200 NOK). Und das Wikingerdorf Njardarheimr in Gudvangen hat 2026 von April bis Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet (260 NOK).
Diese Route führt von Ålesund nach Stavanger und ist natürlich auch umgekehrt befahrbar. Insgesamt sitzt man ungefähr 22 Stunden im Auto und legt dabei gut 1.000 Kilometer zurück. Das sollte man in 10 bis 14 Tagen schaffen – je nachdem, wie viele Sehenswürdigkeiten man sich wie intensiv anschauen möchte.
Die schönsten Straßen der Welt
Schmale Straßen mit kaum Verkehr, Haarnadelkurven ohne Ende und durch faszinierende Landschaften mit jeder Menge Abwechslung – wer auf der Suche nach Fahrspaß ist, kommt in Fjordnorwegen auf jeden Fall auf seine Kosten!
Vor allem für Motorradfahrer dürfte diese Roadtrip Route extrem reizvoll sein: Norwegen hat insgesamt 18 Straßen zu “Nationalen Landschaftsrouten” erklärt – die Strecken, die selbst aus norwegischen Straßenverhältnissen noch herausstechen. Und das will wirklich was heißen!
Fahrer großer Fahrzeuge (Wohnmobile) müssen allerdings vorsichtig sein: die schmalen Straßen und engen Kurven stellen einen vor echte Herausforderungen und machen eine Durchfahrt teilweise unmöglich!
Viele dieser Routen sind im Winter gesperrt – und der Winter dauert hier oft bis in den späten Mai an! Aktuelle Infos dazu gibt es hier.
Beim Trollstigen lohnt sich ein Blick auf den aktuellen Stand, bevor du losfährst: Die Straße ist im Winter immer gesperrt und normalerweise von Mitte Mai bis Oktober oder November offen. 2024 blieb sie wegen Arbeiten an der Steinschlagsicherung die komplette Saison zu, 2025 öffnete sie erst am 11. Juli, 2026 dafür schon am 27. April. Bei Steinschlag oder starkem Regen kann sie auch kurzfristig zumachen. Aktuelle Infos gibt es bei Statens vegvesen.
Und noch ein Risiko dieser Motorrad Route durch Fjordnorwegen: Einige dieser Strecken machen so viel Spaß, dass man sie mehrmals befahren will – also genügend Zeit einplanen!
Bikerparadies zwischen Kristiansund und Stavanger
Kristiansund → Geiranger
- Landschaftsroute „Atlantikstraße“
- Landschaftsroute „Trollstigen“

Geiranger → Gaupne
- Landschaftsroute „Gamle Strynefjellvegen“
- Landschaftsroute „Sognefjell“
Gaupne → Balestrand
Balestrand → Flåm
Flåm → Odda
- Landschaftsroute „Hardanger“
Odda → Stavanger
- Landschaftsroute „Ryfylke“
Diese Route zwischen Kristiansund und Stavanger verläuft fast ausschließlich auf den Norwegischen Landschaftsrouten, die fahr-technisch teilweise sehr anspruchsvoll sind. Die 1.600 Kilometer sind in 14 Tagen zu schaffen, wer sich aber unterwegs auch noch neben der Strecken Dinge anschauen will, kann auch deutlich länger unterwegs sein.
Häufige Fragen zum Roadtrip durch Fjordnorwegen
Wie viele Tage braucht man für einen Roadtrip durch Fjordnorwegen?
Für die Klassiker-Runde ab Bergen mit knapp 1.400 Kilometern mindestens 10 Tage. Die Wikinger-Route und die Route über die Landschaftsrouten brauchen 10 bis 14 Tage. Wer unterwegs viel anschaut, plant deutlich mehr Zeit ein.
Wann ist die beste Reisezeit für einen Roadtrip in Norwegen?
Im Sommer. Viele Landschaftsrouten sind im Winter gesperrt und öffnen oft erst im Mai oder Juni, der Trollstigen ist normalerweise von Mitte Mai bis Oktober oder November offen. Die Aurlandsvegen ist eine Sommerstrecke von Juni bis Oktober.
Wo finde ich aktuelle Sperrungen?
Bei Statens vegvesen, der norwegischen Straßenverwaltung. Sie zeigt Verkehrsinfos in Echtzeit und den Öffnungsstatus der Bergpässe. Für die Landschaftsrouten gibt es außerdem eine Übersicht auf nasjonaleturistveger.no.

Mehr Tipps für deine Reise nach Norwegen:
→ Hier gibt es meine komplette Packliste für Norwegen mit vielen Ausrüstungstipps.
→ Leider auch nicht ganz unwichtig: Die richtige Kreditkarte für Norwegen.
→ Auf der Suche nach mehr Reiseideen? Schau dir meine Bucketliste für Fjordnorwegen an.
→ Wo du auf deinem Roadtrip übernachten kannst, steht im Ratgeber So findest du die beste Unterkunft in Norwegen.
→ Die zehn schönsten Fjorde für deine Route findest du in meinem Überblick über die schönsten Fjorde Norwegens.
Warst du schon mal auf einem Roadtrip in Norwegen und hast Tipps für schöne Routen?
Oder planst du einen Roadtrip und hast Fragen? Lass uns darüber quatschen – in den Kommentaren!

4 Kommentare
Hallo
Wir wollen mit dem Motorrad nach Andenes und vielleicht gibt es unterwegs was mann sich ansehen kann oder muß . Können Sie ( Du ) Tipps geben wo was sein könnte , auch für Anmerkungen für Unterkünfte wäre ich dankbar .
Wir reisen zu 6.
MfG
Hohmann
Hei Frank,
wenn ihr schon in Andenes seid, solltet ihr mal in der ehemaligen Geisterstadt Nyksund vorbeischauen. Auf dem Weg dorthin gibt es eine Menge zu sehen. Ich arbeite gerade an Artikeln mit Tipps, schau mal in den nächsten Wochen hier öfter mal nach. Hier habe ich ein paar Tipps zu Unterkünften in Norwegen aufgeschrieben.
Viel Spaß auf eurer Motorradtour!
Timo
Hallo Timo,
wir lieben Norwegen, besonders wenn es schon etwas kälter und dunkler ist. Wir planen eine Reise ab Ende Oktober für 2 Wochen und haben Lust auf eine Mischung aus Roadtrip und Hüttenurlaub.
Momentan sind wir mit der Planung noch etwas überfordert; eins wissen wir aber: je nördlicher, desto besser!
Hättest du Tipps, Ideen, Anregungen?
Herzliche Grüße
Johanna
Hallo Timo,
danke für die Hinweise zu den schönsten Straßen der Welt.
In der Tat sind diese mit dem Motorrad besonders intensiv zu „erfahren“.
Wir (fünf Motorräder) waren Anfang dieses Monats (Juni 2018) für 7 Tage fast 2.000 km in Fjordnorwegen unterwegs: Quasi von Stavanger zum Trollstigen und zurück nach Langesund …
Unbeschreiblich schön! Wir hatten den Urlaubär als Begleiter dabei. Den Bericht darüber könnt ihr in seinem Blog lesen 🙂